WerkbundStadt - ehemaliges Tanköllager

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Die Hamburger Plus Bau Projektentwicklungs GmbH plant auf dem Areal einer alten Tanköllageranlage an der Quedlinburger Straße in Charlottenburg den Bau von 1100 Wohnungen bis 2019.
Es sollen zwei 16 Stockwerke hohe Hochhäuser entstehen, 33 übrige Häuser, ein Stadtplatz und generell eine Mischnutzung, sodass auch Menschen vor Ort Büros finden können und Gastronomie und Nahversorgung angeboten werden kann.
30 Architekturbüros sollen an dem Projekt beteiligt werden, sodass die architektonische Gestaltung klar heterogen sein wird.
Eine Tiefgarage mit 550 Stellplätzen soll die Autofreiheit gewehren.

Am Werkbundtag am 23. bis 25. September soll das Konzept für das neue Stadtquartier vorgestellt werden.

Quelle:
Morgenpost
Baunetz
 
Hier die Liste der beteiligten Architekten:

Die 32 beteiligten Büros:


Für die Freiraumplanung sind verantworlich:

 
Auch die FAZ schreibt über das neue Projekt und redet von "Inselparadise und Modellstadt".

Einhundert Millionen Liter Ölreserven für Berlin sollen hier noch lagern. Das Lager soll aber offenbar still gelegt werden. Die Allianz an Architekten, Politikern und Investoren, bzw. dem Eigentümer ist durchaus bemerkenswert. So will man eine völlig neue Modellstadt bauen, die den neuen Anforderungen unserer Zeit besser entsprechen sollen. Es sollen nur Mietwohnungen entstehen. Mit "nur" 300Mio € soll die Modellstadt womöglich realisiert werden können.

Quelle und Artikel: FAZ
 
Die Berliner Woche berichtet von einer Informationsveranstaltung für Anwohner. Gezeigt werden einige Pläne und die Bevölkerung soll informiert werden. Erste Holzmodelle und Zeichnungen wurden gezeigt.
Bis zum 23. September sollen die Pläne konkreter werden.

Quelle und Artikel: Berliner Woche
 
Die Abendschau hat heute vom Vorhaben berichtet.

Es soll kein "Architekturzoo" werden, trotz der vielen Beteiligten soll es trotzdem einige Absprachen und Rahmenbedingungen geben. 2021 könnten womöglich die ersten Bewohner der 1100 Wohnungen einziehen.
 
Der Altbau wird derzeit hergerichtet. Ich glaube, dass hier dann im EG vorerst über das Vorhaben informiert werden soll.
Auf dem Areal gibt es wohl noch viel zu entsorgen. ;)

An der Spree in Charlottenburg tut sich viel. Links die Werbundstadt und Richtung Moabit weitere Projekte in Realisierung.
 
Anlässlich des Deutschen Werkbundtages kann am Sonntag von 11 bis 18 Uhr in der Quedlinburger Straße sich jeder die Entwürfe anschauen, mit Architekten unterhalten und das Gelände erkunden, wie der Tagesspiegel unter anderem berichtet. Dort ist auch ein Modell zu erkennen, mit den geplanten Bauten. Durchaus interessant. :)

Der Bezirk möchte das Bebauungsplanverfahren möglichst zügig voran bringen.
 
Heute konnte sich jedermann einen Eindruck verschaffen und die Modelle und Planungen begutachten.
Zahlreiche Leute waren neben einigen der beteiligten Architekten vor Ort, sowie weitere Verantwortliche und Beteiligte.

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Fantastisch! Vielen Dank! Ich bin begeistert: Dachgiebel - strukturierte Fassaden - hat man so was schon gesehen? Ich kann mich gar nicht satt daran sehen. Sollte der Giebel womöglich in die Architektur zurückkehren? Herzog & de Meuron bauen ihr Museum schließlich auch mit Giebel.

Regula Lüscher liegt jetzt sicher unterm Sauerstoffzelt - Giebel, mon dieu - und das Max Dualer nur eine Parzelle bebaut und O+O nicht dabei sind, dürfte sie schwer treffen.
 
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So, nun versuche ich, meine Eindrücke und umfangreichen Notizen von gestern mal zu sortieren. Fotos der Veranstaltung selbst habe ich leider nicht, weil hier mein Kamera-Akku den Dienst eingestellt hat. Gezeigt wurden im Wesentlichen Entwürfe eines künftigen Bebauungsplans, die z.T. schon bekannt waren, z.T. sicher bald im Netz erscheinen, von daher sollte das zu verschmerzen sein. Das Programm des gestrigen Abends und die Liste der anwesenden Projektbeteiligten, gibt es hier zum nachlesen.

Die Veranstaltung war ausgesprochen gut besucht, zu großen Teilen durch Bewohner der Mierendorffinsel, aber auch Planer der TU Berlin saßen im Publikum. Seitens der Bewohner waren auch Vertreter der vielen auf der Mierendorff-Insel vorhandenen Bürger- und Nachbarschaftsinitiativen vor Ort und haben sich sehr konstruktiv in die Diskussion eingebracht. Seitens des Veranstalters waren Vertreter des Werkbundes, der Kommunalpolitik, Grundstücksbesitzer, Vattenfall (die auf dem Nachbargrundstück ein großes Heizkraftwerk betreiben), Planer und Architekten versammelt.

Die Veranstalter betonen, dass - während im letzten Jahr architektonische Visionen vorgestellt wurden - nun ein Schritt zurück getan wird und man sich um die stadtplanerische Perspektive kümmern muss. Seitens der drei Grundstückseigentümer liegt ein grundsätzliches Bekenntnis für das Projekt Werkbundstadt vor. Aktuell befinden sie sich in der Vorbereitung eines Bebauungsplanverfahrens. Hierfür hat Vattenfall schon ein Lärmgutachten finanziert, das vorliegt und zeigt, dass auf der zum Kraftwerk hin gelegenen Westseite Lärmschutzmaßnahmen notwendig sind, um hier Wohnnutzung zu ermöglichen. Man sieht sich da im guten Dialog. Ansonsten plant man gemäß Berliner Modell 30% preisgebundenen Wohnraum.

Es sollen zwei B-Planverfahren parallel angestoßen werden. Einerseits ein konventioneller Plan, der größtenteils allgemeines Wohngebiet vorsieht, auf dem zum Kraftwerk hingelegenen Drittel des Grundstücks Mischgebiet. Hier soll auch der Stadtplatz mit einem Spielplatz sowie eine Kita entstehen. Der zweite Entwurf orientiert sich an der Vorgabe eines "urbanen Gebiets" und würde greifen, wenn entsprechende Gesetzesänderungen, die eine solche Planung zulassen, rechtzeitig in Kraft treten. So groß schienen mir die substantiellen Unterschiede aber nicht.

Ein Großteil der Gebäude ist sechsgeschossig mit einem zusätzlichen Staffel- oder sonstigen Nicht-Vollgeschoss vorgesehen. Aber auch zwei Hochhäuser mit bis zu 16 Stockwerken sind nach wie vor geplant. Es soll Einzelhandelsflächen in den Erdgeschossen geben, wobei hier keine großen Supermärkte vorgesehen sind, da es diese im Umfeld ausreichend gibt, sondern kleinteiliger Einzelhandel inkl. eventuell einem mittelgroßen Biomarkt. Die Wege zwischen den Gebäuden sollen als private Verkehrsflächen angelegt werden, wobei der öffentliche Zugang gewährleistet werden soll. Ebenfalls interessant ist, dass der B-Plan eine öffentliche Nutzung der Dachflächen für die Gebäudereihe an der Ostgrenze des Areals ermöglichen soll.

Man geht davon aus, dass das Planungsverfahren mindestens noch zwei Jahre in Anspruch nehmen wird, ehe hier tatsächlich Bautätigkeit beginnt.

Eingangs der öffentlichen Diskussionsrunde betonte der Veranstalter sein Interesse an einem öffentlichen Dialog mit Nachbarn und zivilgesellschaftlichen Akteuren auf der Mierendorffinsel. Punkte, die man hier besonders ins Auge fassen will, sind die Vermeidung unerwünschter Aufwertungen und resultierender Verdrängungsprozesse in der Nachbarschaft, nachhaltige Mobilitäts- und Energiekonzepte und die Integration ins Umfeld.

Die einzigen grundlegend kritischen Stimmen aus dem Publikum störten sich an der Planung der beiden doch sehr großen Hochhäuser. Hier wurden sowohl Problemviertel wie die Gropiusstadt als auch Luxus-Eigentumswohnungen a la Living Levels als Befürchtungen ins Feld geführt. Ansonsten wurde der Wunsch nach einer öffentlichen Dachflächennutzung betont, ebenso wie der Wunsch nach sonstigen Allmendeflächen für Werk- und Kommunikationsräume der Zivilgesellschaft. Die Bedeutung der Klimagerechtigkeit - d.h. auch Regenwassernutzung, Verdunstungsflächen etc. - wurde betont und der Veranstalter zu größerer Sensibilität hier augefordert. Eine lokale Verkehrs-AG bot ihre Mitarbeit bei der Integration von Anliegen wie der Reduktion des Individualverkehrs, Car-Sharing usw. an; auch die Initiative Nachhaltige Mierendorff-Insel 2030 wünscht sich eine Einbeziehung in das Projekt, das sie grundsätzlich als Chance sehen. Der Veranstalter zeigte sich offen überrascht über so viel Zustimmung seitens der Anwesenden. ;)


Einige interessante Punkte noch zum unmittelbaren Umfeld: Vattenfall sagte, dass einige der Gebäude auf dem Nachbargrundstück auf Sicht nicht mehr benötigt werden würden und ein Interesse daran bestünde, diese dann auch ins Quartier zu integrieren. Das betrifft wohl u.a. sehr hübsche alte Fabrikhallen. Grundsätzlich werde der Kraftwerksstandort jedoch erhalten bleiben. Hier wird auch aktuell an der Quedlinburger Straße, Richtung Sömmeringstraße ein neuer Bau verwirklicht:
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Ebenfalls interessant ist, dass auf dem gegenüber der zukünftigen Werkbundstadt gelegenen Grundstück an der Quedlinburger Str. zwischen Wernigerroder Str. und Klaustaler Str. parallel auch ein Bebauungsplanverfahren gestartet wird. Dieses gehört allerdings nicht zum Projekt, daher gab es darüber gestern keine weiteren Informationen. Aktuell befinden sich auf dem Grundstück etwas chaotische Flachbauten mit Werkstätten, einem Imbiss und anmietbaren Garagen.
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Es tut sich also einiges und die Mierendorffinsel mit ihrer aktuellen Mischung aus Industrie, hübschen, von Altbauten geprägten Straßenzügen und Kleingärten dürfte über die nächsten Jahre sehr interessant zu beobachten sein. Hier abschließend noch ein Blick über die Insel, vom Goslarer Ufer aufgenommen, der diese Mischung ganz gut illustriert.
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Alle Bilder sind von mir und gestern (09.03.) aufgenommen.
 
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