Friedrichstraße - autofrei?

Casu

Bekanntes Mitglied
Die Lichtgestalt dieses Senats: Frau Giffey sieht den Versuch Friedrichstraße als gescheitert an und spricht damit endlich aus, was Dir jede/r Sechsjährige schon vor diesem typischen, konzeptlosen Aktionismus hätte sagen können. Und nein, das ist kein Plädoyer meinerseits für mehr Autoverkehr. Jedoch für vernünftige, uns Berliner/innen zustehende Verwaltungsarbeit. Wir sind doch keine Versuchskarnickel.

https://www.morgenpost.de/bezirke/m...ufrieden-mit-autofreier-Friedrichstrasse.html
 
Die Jarasch ist (wie es sich für die Berliner Grünen gehört) eine realitätsfremde Ideologin aus dem akademischen Elfenbeinturm. Die träumt von der "autofreien Stadt", (praktisch das andere Extrem der einstigen Verfechter der "autogerechten Stadt") und von Berlin als Bullerbü... mehr muß man dazu nicht sagen. Das einzige was man mit der Friedrichstraße machen muß, ist sie vor allem zu begrünen. Dort steht kein einziger Baum (die Verwaltung argumentiert gern mit U-Bahn und allerhand Leitungen) und die Aufenthaltsqualität war selbst ohne Autoverkehr schon immer sehr dürftig.
 
Die Friedrichstraße funktioniert einfach nicht, egal ob mit oder ohne Autos. Der stationäre Einzelhandel ist ja eh auf dem Rückzug und im Vergleich zu Potsdamer Platz, City West und Alex ist das Angebot in der Friedrichstraße halt auch einfach dürftig. Um es vorsichtig auszudrücken...
Es gibt halt nicht wirklich ne Attraktion die die Leute hinzieht, kaum Gastronomie oder so. Und absolut kein grün. Das ist alles öde. Man müsste Restaurants und Kneipen ansiedeln finde ich. Angesichts dessen, dass da fast nur Büro und kaum Wohnungen drüber sind ist lärmtechnisch eigentlich ne super Idee. Die Büroviertel sind ausgestorben und in den Wohnvierteln ist die ganze Gastro und die Leute beschweren sich dann zum Teil über Lärm. Das könnte alles viel besser sein...
 
Ich weiß nicht, was diese Polemik oben soll, bis hin zu einer Beleidigung der Verkehrssenatorin als "realitätsfremde Ideologin":

https://www.spiegel.de/auto/berlin-...her-an-a-e746b64c-731a-4272-b068-797368105e85
Wie so oft ist das genaue Gegenteil der Fall. Dass die Friedrichstraße in der jetzigen Form (noch) wenig Aufenthaltsqualität bietet, steht auf einem anderen Blatt. Erst durch eine Entsiegelung des Bodens, mehr Grün- und Ruheräumen wird die Ecke wirklich gestärkt werden können. Da der Einzelhandel eh in Schwierigkeiten steckt, besteht immerhin die Möglichkeit, dass sich mehr Gastronomie ansiedelt und auch die Außenbereiche bespielt.
 
Mmh, realitätsfern ist es, wenn man Offensichtlichkeiten ausblendet. Ideologisch ist es, wenn man auch aus Erfahrungen nicht klüger werden will. Die Ableitung daraus muss jede/r selbst für sich ziehen.
 
Ich kann die Kritik teilen und halte das Konzept für ziemlich verfehlt. Die Wortwahl ist vielleicht hart, aber viele Kritikpunkte meiner Ansicht nach berechtigt.

Hier einige Punkte aus meiner Sicht:

1) Fahrradstraße:
Dies ist meiner Ansicht nach der größte Kritikpunkt. Die Fahrradstraße macht das ganze Konzept für Fußgänger sehr unattraktiv und das sage ich als jemand, der selber viel und gern Rad fährt. Wenn man eine Fußgängerzone plant, sollte man auch die Radfahrer außen vor lassen. Die Wilhelmstraße verläuft parallel als gute Alternative auch für Radfahrer. Ggf. könnte hier wirklich mal ein Radweg auf Stelzen helfen.

2. Begrünung:

Die Straße wirkt sehr steril. Die Voraussetzungen für Bäume und co. sind wegen dem UBahn-Tunnel, aber auch (!!) Wegen der Lichtverhältnisse äußerst ungünstig. Ein weiteres starkes Argument gegen ein solches Konzept in dieser Straße.

3. Stadtmöbel und Gastronomie, kaum vorhanden und zu wenig Platz. Es wirkt wenig einladend. Für Gastronomie wegen des fehlenden Grüns und wenig Sonne unattraktiv.

Als Fazit allein aus den drei Punkten hatte ich es bei der Friedrichstraße bei einer Straße belassen und ggf. eher die Wilhelmstraße für ein solches Konzept ausgewählt auf der Höhe zwischen Leipziger und Unter den Linden.

Die Wortwahl lässt es vielleicht als polemisch abschmettern, das Konzept überzeugt mich aber von vorne bis hinten null.
Dies nicht anerkennen zu wollen, war wohl mit der Realitätsferne gemeint.
 
1:0 für den CDU-Senat: Es gibt jetzt ein richtiges Konzept für die Friedrichstraße statt des puren Aktionismus von RRG. So muss Stadtplanung aussehen. Gleichzeitig muss ich gestehen, dass die baumfreie Friedrichstraße für mich ein unwiederbringliches Bild des „Steinernen Berlins“ war. Dieser Blick vom S Bahnhof in Richtung Süden ist schon beeindruckend. Nun ja, das ist nicht mehr zeitgemäß und die neue Aufenthaltsqualität hat was für sich. Bin gespannt auf das Endergebnis… https://www.tagesspiegel.de/berlin/...ie-friedrichstrasse-umgestalten-14861366.html
 
Kannst Du machen. Kommt ja auch vom CDU-Senat und der SV für Verkehr. Allerdings auch CDU geführt. Aber wahrscheinlich hat‘s Frau Jarrasch heimlich reingeschoben.
 
Möglicherweise ein guter Impuls, um der Straße wieder mehr Leben einzuhauchen.

Die steinerne Straßenflucht ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Mit dem nötigen Grün und der Belebung der Gehwege erfährt die Friedrichstraße hoffentlich wieder den Aufschwung, den die Straße verdient. Es klingt, als könne es funktionieren .. ich wünsche es ihr.

Mich zog bislang nur wenig in die Straße, war zuletzt 2022 wirklich dort, um eingekaufte Elektronik abzuholen.
Vielleicht ändert sich das künftig. Einen Zeitplan hat man nich nicht erfahren, oder?
 
Also, wer glaubt, dass Dinge, die in einer Legislaturperiode passieren, dann auch zwingend von der regierenden Partei initiiert worden sind, hat wohl etwas grundlegend falsch verstanden.
 
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