Casu

Aufsteiger
Das Wetter war wohl Schuld. Jetzt sollte man nicht alles immer nur anzweifeln. Wir müssen jetzt endlich die Vorteile des Flughafens für uns zu nutzen wissen. Ein wenig mehr positiv Denken täte dem Berliner ja sowieso gut.
 

guruzug

Silbernes Mitglied

Philipp85

Bekanntes Mitglied
Ich habe mir den Livestream zur Eröffnung auch angeschaut und war etwas enttäuscht, da der Lufthansa- und der Easyjet- Airbus nacheinander auf der jetzigen Nordbahn landeten. Ein fliegeraffiner Freund hoffte auf eine Parallellandung beider Maschinen auf der jetzigen Nord- und Südbahn gleichzeitig. Das war etwas schade.
Der Flughafen soll ja technisch gesehen wie zwei eigenständige Flughäfen mit zwei unabhängigen Start-Landebahnen funktionieren. Das wäre also ein echter Beweis der Fähigkeiten gewesen.
Ist da noch mal was schief gegangen? :rolleyes:

Geplant war, dass beide Maschinen etwa gleichzeitig am BER aufsetzen. Ein Airbus auf der Nordbahn, ein Airbus auf der Südbahn.
Dass sich heute gegen eine Parrallellandung entschieden wurde, war ganz sicher auch dem Wetter geschuldet, denn 1. lag die Wolkenuntergrenze bei etwa 1000ft (ca. 330 Meter) und 2. ist es wichtig, dass sich beide Maschinen für das richtige Timing hätten sehen müssen.

Eine sehr wichtige Bedingung die von Nöten gewesen wäre bei schlechtem Wetter, aber heute an der Südbahn (Runway 07R/25L) noch nicht zur Verfügung stand, ist ein funktionierendes ILS. Das ILS (deutsch: Instrumenten-Lande-System; engl.: instrument landing system) zeigt den Piloten im Cockpit den perfekten Gleitpfad und Gleitwinkel zum Aufsetzpunkt (touch down zone) auf der Landebahn an.
Für die geplante Landung auf der Südbahn, lag nur eine Ausnahmegenehmigung für einen Sichtanflug vor, da die Südbahn offiziel erst am 4. November in Betrieb genommen wird und dann auch erst das ILS scharf geschalten wird. Bedingt durch das schlechte Wetter mit den tief hängenden Wolken, wäre ein Sichtanflug viel zu gefährlich gewesen. Wäre das ILS an der Südbahn heut schon in Betrieb gewesen, hätte man die Parrallellandung durchführen können. Die Nordbahn (Runway 07L/25R) hat ebenfalls ein ILS verbaut und dieses ist auch aktiv, somit entschied man sich letztendlich doch gegen die Doppellandung und für die sichere Variante, beide Flugzeuge auf der Nordbahn runterzuholen.
 

SchauBau

Silbernes Mitglied
@Philipp85 : Ah, die Erklärung ist gut! Das ILS geht mit der offiziellen Südbahneröffnung erst in Betrieb. Parallellandungen sollten auf einem modernen Flughafen auch bei schlechtem Wetter funktionieren; das irritierte mich. Und für das exakte Aufsetzen ist Sichtkontakt der Maschinen untereinander wichtig. Ok.
Und ja: ich bin auch recht zufrieden, dass der BER jetzt nicht mehr vornehmlich "Fluchhafen", "Willy-Brandtschutz" oder halbe "Rolltreppe" (Zitate aus der Abendschau) genannt werden muss. Und nein, ich sehe nicht nur das negative.
 

Philipp85

Bekanntes Mitglied
Heute, am 04. November 2020, wurde die südliche Start- und Landebahn des BER, mit der Landung eines Airbus A350-900 der Qatar Airways aus Doha, in Betrieb genommen. Der Flughafen BER gilt damit als völlständig in Betrieb genommen! Herzlichen Glückwunsch.

 
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Oranien

Neuling
Erstmal ist es für Berlin wichtig und grossartig, dass der Flughafen eröffnet ist. Es besteht die Chance auf eine mittelfristig für eine mittelgrosse Metropolregion mit 5 Mio Einzugbereich angemessene Anbindung. Meine persönlichen Erfahrungen nach einigen Flügen von und nach BER sind:

1. Der Shopping-Bereich ist vollkommen provinziell. Für mich überraschend. Angeblich brauchen doch moderne Flughäfen dringend gutes Shopping zur Gegenfinanzierung der Kosten. Wenn man BER mit Amsterdam, selbst Lissabon vergleicht: Echt jetzt, BER? Von Frankfurt, London oder gar asiatischen Metropolen gar nicht zu reden. Mich persönlich stört es nicht. Aber wenns ums Geld geht? Merkt man hier, dass eine 25 Jahre alte Planung umgesetzt wurde?

2. CarSharing: Man geht vom Gate bis zum Parkplatz einen geschätzten Kilometer. Auch da: Zeichen der Zeit erkannt? Dauerhaft so? Ernst gemeint? Carsharing hätte ich bei einem Flughafen der 2021 eröffnet - und dann noch bei einer Metropole, die sich eine Vorreiterrolle bei der Verkehrswende auf die Fahnen geschrieben hat - woanders erwartet.

3. Irgendwie scheint man bei den Planern auch was Akku-Laufzeiten und Handynutzung angeht das 21JH nicht wirklich im Blick gehabt zu haben. Es gibt im gesamten Ankunftsbereich in T1 keine Steckdose. Ich habe lange gesucht - dann gefragt - um es dann von Info-Mitarbeitern betätigt bekommen: Keine Steckdose. Wer also sein Handy im Flug leergedaddelt hat, kann danach weder die Oma anrufen noch ein Carsharing-Auto buchen. Sowas kriegt selbst Hannover hin. Und Berlin hatte 10 Jahre Extra-Zeit um zu merken, dass va Apple Handies mit miesen Akkulaufzeiten baut. Schon überraschend.... Die Lösung: Es gibt Steckdosen eine Ebene höher auf der Abflugebene. Aber auch da: Viel Spass beim suchen.

4. Ansonsten ist das T1 angenehm klein. Nicht so klein wie Tegel - das ist nicht zu toppen. So gut wird es nie mehr werden. Aber immer noch vertretbar kurze Wege.
 
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