Tempelhofer Feld

Für 6-8€ den Quadratmeter kann selbst die gemeinnützigste Wohnungsbaugenossenschaft nicht bauen.
Da geht es schon einmal los, wo wir Wien niemals das Wasser reichen werden. Deutschland bürokratisiert sich zu tode. Irgendwelche Leute denken sich immer neue Vorschriften und Regulierung aus, die offenbar gar nicht begreifen, wie massiv sie das bauen verteuern, behindern und letztendlich wohnen immer teurer machen.

Die Annahme, alles bleibt so billig und insbesondere Altmieter profitieren auf ewig ist nicht gerade sozial.
Zum Sickereffekt gibt es wie immer differenziertere Ansichten, nicht alle kommen zum Schluss, dass es diesen nicht gebe auf dem Wohnungsmarkt:
https://www.empirica-institut.de/nc/nachrichten/details/nachricht/metastudie-sickereffekte/

Wie gesagt, ich wiederspreche dem ansonsten in vielen Punkten gar nicht.

Ich bin auch der Ansicht, dass die Stadt Immobilien und Wohnungen Stück für Stück auch dazu kaufen soll. Die massiven Fehler der Vergangenheit wird man so schnell nicht wieder gut machen und das ironische bzw. absurde ist doch, dass es nicht CDU/FDP waren, sondern SPD und Linke, die Tausende Wohnungen und Immobilien verscherbelt haben in Berlin.
 
Genau die von dir genannte (und von Bauherren-Schutzbund e.V. finanzierte) Studie wird in meinem Link kritisiert und ihr eine von 200 Wissenschaftlern unterschriebene entgegengestellt, die dann doch zu ganz anderen Schlüssen kommt.

Und ja - die SPD/Linke - wie heißt es so schön: Only Nixon could go to China, nur die Grünen Deutschland in einen Krieg schicken...
 
Der Sickereffekt ist nachweislich umso geringer, je angespannter der Wohnungsmarkt ist.
Sprich, wenn fast nicht neu gebaut wird, bringt es keinen Effekt. Jetzt ist die Frage nach Hänne und Ei.
Es ist immer davon die Rede, dass "der Markt versagt hat", dabei ist wirklich alles reguliert beim Wohnungsbau und mit Markt hat das nichts zu tun.
Wenn man alles tod reguliert, höheres bauen verhindert, neue Quartiere etc., dann ist dies mit dem "Markt versagt und Sickereffekt gibt es nicht", letztendlich zu einem nicht unwesentlichen Anteil eine sich selbst erfüllende Prophezeiung.

Und Wien wird immer als Vergleich genannt, doch viele Aspekte ignoriert man dabei immer.

In Wien müssen Mieter zum Beispiel viel mehr Instandhaltung selber zahlen um nur einen Punkt zu nennen, warum der Vergleich eine Milchmädchen Rechnung ist:

https://www.stern.de/wirtschaft/imm...---doch-so-ganz-stimmt-das-nicht-9123286.html
 
Eigentlich nicht - das Kind ist ja schon im Brunnen. Du kannst jetzt sonst wieviele ungeförderte Neubauten hinstellen - das Problem verschwindet davon nicht mehr. Wir sind unter einem Prozent Leerstand gelandet, da gibts einfach keine Sickereffekte mehr.

Es ist immer davon die Rede, dass "der Markt versagt hat", dabei ist wirklich alles reguliert beim Wohnungsbau und mit Markt hat das nichts zu tun.
Wenn man alles tod reguliert, höheres bauen verhindert, neue Quartiere etc., dann ist dies mit dem "Markt versagt und Sickereffekt gibt es nicht", letztendlich zu einem nicht unwesentlichen Anteil eine sich selbst erfüllende Prophezeiung.
Erst der Bankenskandal und dann daraufhin der Ausverkauf der landeseigenen WBGs - das ist in meinen Augen das Hauptversagen. Wir haben die jetzige Situation trotz der Regulierung, nicht wegen. Ohne wäre es noch viel schlimmer.
Und Wien wird immer als Vergleich genannt, doch viele Aspekte ignoriert man dabei immer.

In Wien müssen Mieter zum Beispiel viel mehr Instandhaltung selber zahlen um nur einen Punkt zu nennen, warum der Vergleich eine Milchmädchen Rechnung ist:

https://www.stern.de/wirtschaft/imm...---doch-so-ganz-stimmt-das-nicht-9123286.html
Auch in Wien mag nicht alles perfekt sein, aber deren Wohnungspolitik hat nicht zu solch einer katastrophalen Situation geführt wie unsere.
 
Wien baut gemessen an Neubau pro Einwohner circa 3* so viel wie Berlin, viel gemeinnützig, aber auch viel privat.
Das hat viele Gründe. In Berlin tut man alles dafür, dass generell möglichst wenig gebaut wird, gigantische Bürokratie und unglaublich langsame Beteiligungsverfahren, immer mehr Gutachten etc.
Es gibt leider keinerlei Einsicht für die Probleme, stattdessen arbeiten sich einige Leute nur am Feindbild "Eigentumswohnung/Luxuswohnungen" ab.

Aber hier geht's ja eigentlich ums Tempelhofer Feld. Architekten und Stadtplaner geben glaube ich selten vor, ob es private, genossenachaftliche oder andere Rahmenbedingungen gibt. Aber man sieht an den Reaktionen, dass solche Leute und Ideen direkt angefeindet werden. In Wien würde man dies wahrscheinlich aufgreifen und eher schauen, wie man bei solch einem möglichen Projekt Wohnungsbaugenossenschaften und co. ggf. zumindest zum Teil mit einbinden könnte.
 
Eigentlich nicht - das Kind ist ja schon im Brunnen. Du kannst jetzt sonst wieviele ungeförderte Neubauten hinstellen - das Problem verschwindet davon nicht mehr. Wir sind unter einem Prozent Leerstand gelandet, da gibts einfach keine Sickereffekte mehr.
Danke noch für diesen entlarvenden Kommentar. Das meine ich mit sich selbst erfüllende Prophezeiung.
Es wird behauptet, Neubau bringt nichts, selbst im großen Stil, was schlicht jeglicher Logik entbehrt.

Würden morgen 200.000 neue Wohnungen bezugsfertig auf den Wohnungsmarkt kommen, hätte das natürlich einen enormen Effekt.
Die Wohnung wären sicherlich nicht billig, da aber gleichzeitig damit zu rechnen sein müsste, dass man nicht direkt alle vermietet bekommt, sicherlich preiswerter, als was derzeit im privaten Bereich angeboten wird.

Es käme richtig Bewegung in die Sache. Viele Personen sind unzufrieden mit ihrer Wohnsituation, teils zu groß, zu klein, verfallende Häuser etc.
Der Sickereffekt würde eintreten, Leute würden umziehen, preiswerte Wohnung frei werden, die man etwas teurer, aber auch nicht viel teurer neuvermieten würde.

Vermieter die derzeit unter dem extremen Wohnungsmangel ihre Objekte verfallen lassen und nichts in die Instandsetzung stecken, würden irgendwann Probleme bekommen.

Stattdessen spitzt sich der Mangel immer mehr zu und die wenigen Neubauten und freien Wohnungen können für Mondpreise vermietet werden. Diesen Zustand verkauft man dann gleichzeitig als Argument gegen Neubau.

Ich finde das schon reichlich absurd und eine Kunst und ich möchte noch einmal betonen, dass ich absolut auf der Seite des besonderen Mieterschutzes bin.
 
Erst der Bankenskandal und dann daraufhin der Ausverkauf der landeseigenen WBGs - das ist in meinen Augen das Hauptversagen. Wir haben die jetzige Situation trotz der Regulierung, nicht wegen. Ohne wäre es noch viel schlimmer.
Und der symbolische Verkaufspreis vom zum Beispiel SEZ für 1€ hat Berlin gerettet?

Auch hier leider wenig überzeugende Ausreden. Rot-rot hat damals das Tafelsilber verscherbelt, ja teilweise fast verschenkt und Berlin hat lächerliche "Einnahmen" damit erzielt.
 
Es wird behauptet, Neubau bringt nichts, selbst im großen Stil, was schlicht jeglicher Logik entbehrt.
Würden morgen 200.000 neue Wohnungen bezugsfertig auf den Wohnungsmarkt kommen, hätte das natürlich einen enormen Effekt.
Ich bin mir nicht sicher, ob es nicht einen passenderen Bereich für die Diskussion gibt, aber das hätte ich dann gerne mal erklärt bekommen. Ich hatte schon vorher verlinkt, dass der hochpreisigere (Neubau)-Bereich ein gesättigter Markt ist. Dort Wohnungen zu finden ist kein Problem. Wenn 60% der Berliner einen WBS haben und in diesem Bereich Wohnungen fehlen - was soll dann der Neubau bewirken, der von der suchenden Gruppe gar nicht bezogen werden kann?
 
Was bringt ein Überangebot? Ja, VWL 1. Semester...
 
22 €/m² und WBS-Wohnungen sind nicht das selbe Produkt. Ein Überangebot des einen erzeugt nicht mehr vom anderen.
 
Es sind beides Wohnungen. Punkt.

Wenn es großen Leerstand bei privaten Wohnungen wirklich gäbe, würden die Preise fallen, zumindest könnten mehr Leute umziehen und preiswertere Wohnungen werden frei.

WBS WBS, ich kenne so viele Leute die kein WBS haben, die berichten, überall werden wenn dann nur WBS Wohnungen angeboten.

Eine Freundin ist gerade in die Arbeitslosigkeit freiwillig mit Abfindung gewechselt, um eine WBS Wohnung zu kriegen. Die Mittelschicht wird völlig vergessen.
 
Mag sein, wenn die Vermieter mit Verlust für ein Drittel des Preises vermieten. Aber deswegen ist es wohl auch unrealistisch auf diese 200.000 Wohnungen zu hoffen. Solch imaginäre Situationen machen eine Diskussion anscheinend nicht einfacher. Hören-Sachen-Geschichten glaube ich ebenfalls nicht. Die 60% Leute mit WBS hab ich mir ja nicht ausgedacht.
 
Das Problem der hohen Anzahl der WBS Scheine liegt daran, dass die Linke ohne Not die Mindesteinkommen die für einen WBS Schein notwendig sind, erhöht hat, auch höher als es in vielen anderen Bundesländern mit höheren Durchschnittseinkommen der Fall ist.
Das geschah aus rein politischen Gründen um zu argumentieren, wie schrecklich alles ist, und mehr als die Hälfte Anspruch auch Sozialwohnungen hat.
In der Realität ist die Folge, dass aufgrund der niedrigen Neubauten nun die Ärmsten von den nicht ganz so Armen verdrängt werden, wenn es um Wohnungen mit WSB geht. Ebenso weigert sich Berlin, diese Berechtigungen zu überprüfen.
Viele die diese Wohnungen bezogen haben, waren Studenten oder hatten einen Bedürftigkeit und heute manchmal gute Jobs und hätten keinen Anspruch. Es versteht sich dass, sich bei der jetztigen Situation ein Rauswurf kaum rechtfertigen liesse, aber es müsste eine Abgabe erhoben werden, wie in anderen Bundesländern auch. Wird nicht gemacht.

Das ist keine Entschuldigung oder Entwertung der schwierigen Situation, aber wenn es schon so schlecht ist, sollte man zumindest alle Massnahmen die man ergreifen kann auch nutzen. Das geschieht nicht und das ist das deprimierendste daran.
 
Ich wollte es eigentlich gut sein lassen weil sich das ganze so aufheizt, aber bei den ganzen Däumchen will es diesen etwas wirren und teilweise falschen Text doch kommentieren:

Es geht nicht um „Mindesteinkommen“, sondern um Einkommensgrenzen, also das Gegenteil, für die WBS-Berechtigung. Berlin hat diese Grenzen ausgeweitet (WBS 140/180/220), damit wieder rund 60 % der Haushalte anspruchsberechtigt sind - offiziell begründet mit Einkommensentwicklung und sozialer Mischung, also nicht „ohne Not“ oder parteipolitisch. Die aktuelle Anpassung trägt übrigens der Senat (CDU/SPD), nicht „die Linke“.

„Höher als in vielen anderen Bundesländern“ ist so pauschal nicht belegbar. Die Länder nutzen unterschiedliche WBS-Stufen und Programme. Ein seriöser Vergleich bräuchte Stichtage und Rechtsgrundlagen je Land. So besonders ist Berlin hier jedenfalls nicht.

Ja, da ist was dran, dass die Ärmsten nun von den weniger Armen verdrängt werden, aber das gestufte WBS-System (WBS 100/140/160/180/220) existiert ja gerade, um unterschiedliche Bedarfslagen zu trennen und die ärmsten Haushalte zu schützen. Deswegen haben 60% der Berliner einen WBS - oben schreibst du noch „ohne Not“ - du scheinst dir hier selbst zu widersprechen.

„Berlin weigert sich zu prüfen“ stimmt so nicht: Der WBS ist befristet in der Regel auf 1 Jahr befristet und muss dann neu beantragt werden - damit findet eine regelmäßige Prüfung statt. Eine laufende Einkommenskontrolle während bestehender Mietverhältnisse ist rechtlich eng begrenzt - das sollte eigentlich auch in anderen Bundesländern nicht anders sein. Aber da lasse ich mich gerne überzeugen, falls du da Links hast.
 
Wen die Ideen vor kurzem präsentierten Ideen von Langhof nicht gefallen haben, kann ja hier neue Inspiration finden: es werden ab 20.9. alle 164 Wettbewerbsteilnehmer ausgestellt, die beim internationalen Ideenwettbewerb von Juni 2025 mitgemacht haben.

Eröffnung: Samstag, 20. September 2025, 16–18 Uhr
Ausstellung: 21. September bis 5. Oktober 2025, täglich 11–18 Uhr
Ort: Vorfeld des ehemaligen Flughafengebäudes Tempelhof, Eingang U Paradestraße

Quelle: Baunetz
 
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