Stadtautobahn und Berliner Ring

Ernüchternd nur, dass der 17. Bauabschnitt frühestens 2035 weitergebaut wird. Ich verstehe nicht, warum man die Verfahren und Planungen dafür erst jetzt startet.
 
Wann taucht die Erweiterung eigentlich endlich in Google Maps & co auf? :)
 
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Das frage ich mich auch schon die ganze Zeit. Scheint ein Behördending zu sein, denn seit der Sperrung der Hamburger Bahn für die Generalsanierung sind auch bei Apple Maps in den ÖPNV Karten weder der über Herzberg umgeleitete RE6 noch die neue RE85 nach Schwerin zu sehen und auch der jetzt nach Hennigsdorf verkehrende RE2 ist nicht dabei.

Vielleicht ist die einzige Person die in der Senatsverwaltung die Schnittstelle zu den Diensten beherrscht gerade im Sommerurlaub.
 
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In Google Maps ist die Autobahn nun drin, es lassen sich Stand jetzt (00:21 Uhr) aber noch keine Routen darüber abfragen.
Bei Apple Maps ist noch nichts zu sehen.
 
Zahlreiche bekannte Berliner Medienvertreter hatten sich eingefunden um über das sehnlichst erwartete und herbeigeredete Verkehrschaos an der Abfahrt Treptower Park zu berichten. Sie wurden enttäuscht (siehe letztes Bild, von ca. 17 Uhr). Die Elsenbrücke war heute nicht voller als sonst.
Der Post ist glaube ich ziemlich schlecht gealtert. Ich bin jetzt zwei mal an der Kreuzung kurz vor der Elsenbrücke vorbeigekommen, zum Glück zu Fuß, also Puschkinallee/Elsenstraße und einmal per Bus an der Autobahnauffahrt in Gegenrichtung. Einmal am Samstag Vormittag und einmal Montag Vormittag und wieder gegen Mittag.
Es staute sich bis auf die Autobahn. Viele Autofahrer fahren bis auf die Kreuzung und blockieren schlicht den kreuzenden Verkehr. Da haben sich einige Szenen abgespielt. Dass auf deinem Foto noch alles gut lief war wohl lediglich dem Umstand geschuldet, dass Google-Maps das Teilstück noch nicht eingebunden hatte. Ich bin gespannt, ob das jetzt über Jahre so ein Chaos bleibt. Aber war ja mit Ansage...
 
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Seit dem Morgen ist das Teilstück auch in Apple Maps drin und man konnte auch gleich Routen darüber abfragen.
Dass nun zig Jahre an dem Ersatzneubau Elsenbrücke verbracht werden muss ist ja nun auch kein Geheimnis.
Und der Verkehr bleibt in Zweck und der Menge der gleiche, er stand vorher im Dammweg, der Kiefholzstraße und der Elsenstraße im Stau und jetzt vor der Ausfahrt Treptower Park kompakt auf der A100. Der Grund dafür ist aber gleich geblieben...das Nadelöhr Elsenbrücke.

Die Elsenbrücke bleibt die einzige Spreequeerung für den Verkehr von Westen-Südwesten in den Osten und Nord-Osten Berlins.
Durch ein ausbleibendes Gesamtverkehrskonzept ist eben alles nur Stückwerk.
So wurde nie die Verlängerung der Minna-Todenhagen Straße Richtung Südwesten an die Anschlussstelle Späthstraße der A113 vorangetrieben.

Berlin verliert sich im Stückwerk, emotional aufgeladener Politisierung und entgangener Chancen. Den Preis zahlen Wirtschaft und Bürger (letztere Mehrfach).
 
Ich möchte an der Stelle darauf hinweisen, dass über die Situation und die Probleme ja nicht nur in der Lokalpresse, sondern kreuz und quer in der bundesweiten Presse berichtet wird. Und ich meine nicht mal nur den Dauerstau, den es jetzt gibt, samt der vielzitierten Forderung von Verkehrsforscher Andreas Knie, den gerade eröffneten Abschnitt wieder zu sperren bis die Elsenbrücke fertig ist. Ich meine die ebenfalls bundesweit geführte kontroverse Debatte darum, inwieweit der Bau neuer Stadtautobahnen überhaupt noch zeitgemäß ist, sowohl allgemein als auch mit konkretem Blick auf den Ausbau der A100 in Berlin.

Als 2 von dutzenden aktuellen Beispielen nur mal diese 2 Artikel aus Spiegel und n-tv:
- Zur Eröffnung: Umstrittener neuer Abschnitt der Stadtautobahn in Berlin eröffnet (n-tv)
- Zum Dauerstau: A100 wird für Berlin zur Problemautobahn (Spiegel Online)

Ich kann die grundsätzlichen Argumente für einen Weiterbau teils durchaus nachvollziehen und irgendwo ganz tief hinten in meinem Hirn verlangt ein kleiner Monk auch danach, die A100 langfristig doch bitte schön ordentlich zu einem richtigen Ring auszubauen. Persönlich finde ich zwar mittlerweile, dass die Argumente der Gegner eines Weiterbaus deutlich schwerer wiegen und dass (gerade auch mit Blick auf viele Ost- und Südostasiatische Städte die ich gut kenne, wie z.B. Bangkok) der Bau neuer Stadtautobahnen eben nicht die Verkehrsprobleme löst, sondern mittelfristig meist sogar gegenteilige Wirkung hat, aber wie gesagt: grundsätzlich verstehe ich die Argumente beider Seiten und dass es darum eine Debatte gibt.

Was mich aber bzgl. eines weiteren Bauabschnitts Richtung Norden hier viel mehr als die grundsätzliche Frage nach Sinn und Notwendigkeit bewegt ist ehrlich gesagt, wie realistisch das ganze überhaupt ist. Schauen wir uns den bisherigen Planungsstand für den 17. Bauabschnitt doch mal Stück für Stück von Treptow Richtung Norden an:

- Es geht zunächst auf der freigehaltenen Fläche am Kino vorbei. Hier kein großes Problem (nur "Der Holländer" muss umziehen).
- Es geht westlich am Bahnhof Treptower Park vorbei, einem sehr stark frequentierten Bahnhof mit starkem Umsteigeverkehr in die Busse in der Gegend, viel Nachtleben usw. Zudem verengt sich der verfügbare Platz zw. der Straße "An den Treptowers" und Bahnhof/Bahndamm auf eine für die Autobahn fragwürdig niedrige Breite.
- Aktuell ist für die Spreequerung eine Brücke vorgesehen, aber erstens ist wie gesagt kaum Platz dort, zweitens ist die direkt benachbarte alte Ringbahnbrücke ein Baudenkmal und drittens steht am anderen Ufer der Club OST im Wege, ebenfalls in einem hübschen, alten, denkmalgeschützten Gebäude, welches wohl kaum abgerissen oder mit einer Brücke überbaut wird. Natürliuch im laufenden Betrieb von sowohl Ringbahn als auch Elsenbrücke. Alles spricht dafür, dass bereits hier am Ende eine (teure, aufwändige) Tunnellösung käme.
- Es folgt der teilweise freigehaltene Abschnitt entlang der Ringbahn Richtung Ostkreuz, wo zwar prinzipiell Platz ist, aber die Strecke entlang Wohnbebauung verläuft, die derzeit sogar durch weitere Wohngebäude ergänzt wird, mit Teils Fensterfronten Richtung zukünftiger Autobahntrasse.
- Dann folgt der gesamte Ostkreuz-Bahnhofsbereich, zu dem ja z.B. auch der denkmalgeschützte Wasserturm und das denkmalgeschützte Beamtenwohnhaus gehören und die schon deutlich vorher abzweigende Strecke (Damm+Brücke) der S9. Hier wird immer gern auf die Bauvorleistung beim Bau des neuen Ostkreuzes verwiesen (die Schlitzwände und extradicke Bodenplatte unten drunter). Aber mal ehrlich: es ist eben nur das, nur eine extradicke Bodenplatte. Der Tunnel muss immer noch bei oben laufendem Betrieb gebuddelt werden.
- Jetzt kommt der absurdeste Teil: Unter der Neuen Bahnhofstr. soll also ein Doppelstocktunnel entstehen für die Autobahn. Ich war gestern Abend erst wieder dort vor Ort. Es ist eine der meistfrequentierten, touristischen Ecken Berlins mit zigtausenden Menschen täglich in der Straße. Die Straße selbst ist quasi so eine Art kleinere Wohngebietsstraße mit links und rechts weitgehend original erhaltenen aus Ziegelsteinen gebauten Gründerzeitbauten, die Erdgeschosse dicht an dicht mit Gastronomie gefüllt. Einen Bau im bergmännischen Schildvortrieb mit Tunnelbohrmaschine (TBM) halte ich eigentlich für eher unwahrscheinlich hier angesichts der nötigen Dimensionen einer Autobahn (sehr große TBM nötig) und des Berliner Untergrunds. Für die U5-Verlängerung wurde das ja so gemacht, aber eben mit ultra-aufwändigem Einfrieren des Bodens mittels flüssigem Stickstoff, bei viel größerer Straßenbreite und zugleich geringerem Tunnelquerschnitt. Die Alternative ist offene Bauweise, wobei de facto die gesamte Straßenbreite über Jahre geöffnet und wohl mind. 10m tief ausgebudelt werden müsste: Tod aller Geschäfte dort, keine Erreichbarkeit der Häuser mit Feuerwehr & Co. Die Anwohner der benachbarten Sonntagstr. verhindern seit Jahren den Bau der mickrigen Tramlinie durch ihre Straße; man kann sich also vorstellen, was bei einem Bau einer Autobahn los ist, egal ob unterirdisch oder nicht und egal ob mit TBM oder offen.
- Nördlich der Boxhagener Str. geht das so weiter, mit angrenzend u.a. dem denkmalgeschützten Knorr-Bremse-Gebäude.
- Dann soll die Autobahn irgendwie auf die Ostseite der Ringbahn verschwenkt werden, völlig unklar wie genau. Auch hier bleibt eigentlich nur der Tunnel und hier aufgrund der vielen Bebauung praktisch auch nur via TBM.
- Ist man dort schließlich angekommen wird es (endlich) etwas einfacher und ich beende hier mal meine Betrachtung...

Vollkommen egal wie man grundsätzlich zu der Idee eines Weiterbaus steht, halte ich eine Realisierung des 17. Bauabschnittes für derart heikel, dass ich sie als praktisch unumsetzbar einschätze.
Technisch ist das alles irgendwie möglich, irgendwie machbar, aber mit Blick auf Rechtsfragen (Anwohnerklagen etc.), statische und denkmalschützerische Details bei der bestehenden Bebaung, der absehbar über Jahrzente anhaltenen Polarisierung der Stadtgesellschaft (mit wahrscheinlich Massendemonstrationen, Sitzblockaden, potenziell sogar Sabotageakten etc.) und insbesondere den nicht ansatzweise abschätzbaren tatsächlichen finanziellen Kosten ist die Idee einer Fortführung m.M.n. völlig illusorisch.

Ich weiß nicht wie irgendjemand ernsthaft jemals solche Kosten wie 'nur' 500 Mio. Euro für den 17. Abschnitt schätzen konnte. Zuletzt hatte ich irgendwo was von geschätzten 1.x Milliarden gelesen. Das ist doch alles Blödsinn! Ich werfe hier jetzt mal eine Schätzung von min. 20 Milliarden Euro Gesamtkosten bis zur Fertigstellung in den Raum. Mindestens! Noch nie hat es in Deutschland ein vergleichbar kompliziertes Stadtautobahnprojekt gegeben und schon gar nicht in den letzten 30, 40 Jahren. Jeder Versuch, diesen Abschnitt Realität werden zu lassen wird scheitern und Berlin wäre gut beraten, dies frühzeitig (naja, eigentlich reichtlich spät mittlerweile) zu erkennen und stattdessen an einem guten und sinnvollen Gesamtverkehrskonzept wie von @StefanM gefordert zu arbeiten, welches MIV, ÖPNV, Radverkehr etc. alles mit einbezieht, aber eben ohne die Autobahnverlängerung (man kann von den gesparten Kosten ja vermutlich die halbe Stadt neu gestalten).
 
Das sind alles Autos, die sich sonst durch Neuköllner Wohngebiete drängeln. Da weiß ich jetzt nicht was besser ist, sichere und leisere Wohngebiete oder kein Stau für Autofahrer - wobei die Fahrtzeit wahrscheinlich länger dauert als die Wartezeit im Stau. Gleichzeitig scheint mir die Debatte sehr aufgeheizt zu sein. Durch die Autobahn wurde befürchtet, dass der Verkehr in den Wohngebieten im angrenzenden Treptow zunimmt. Das ist nicht passiert. Daher setzt sich die dies befürchtet habende Klientel plötzlich für Autofahrer ein, damit diese nicht im Stau steht - inklusive Wissenschaftlicher, dessen politische Neutralität arg bezweifelt werden darf. Dabei
1. sind nicht plötzlich mehr Autofahrer in der Stadt als vorher,
2. ist die Fahrt in die andere nicht nur reibungslos, sondern sogar zeitlich und für Neukölln belastungstechnisch sinnvoll und
3. beweist das mehr denn je, dass es eine Weiterführung braucht, da für aus Prenzlauer Berg kommende Fahrer Friedrichshain-Kreuzberg nicht nur politisch, sondern auch bautechnisch ein fast unüberwindbaren Block darstellt.

Es geht nur leider, wie so oft, nicht mehr um Fakten, sondern ums Rechtbehalten, was die Suche nach gemeinsamen Lösungen im Land kaum noch möglich macht. Und das gilt ja für alle anderen Themen u.a. das „Zupollern“. Schade, so hängen wir uns noch weiter ab, dringende Reformen werden mit „Bullshit“ sofort ausgebremst und die Wettbewerbsfähigkeit wird geopfert. Kein Wunder, dass es immer weniger Spaß bringt hier.
 
Ich möchte an der Stelle darauf hinweisen, dass über die Situation und die Probleme ja nicht nur in der Lokalpresse, sondern kreuz und quer in der bundesweiten ....
Vielen Dank für die ausführlichen Überlegungen zu dem Thema. Ich hab auch das Gefühl, dass die Fraktions "schnell weiterbauen" sich nicht wirklich mit der Realisierbarkeit befasst haben. Ich seh auch nicht, dass da ohne weiteres schnell weitergebaut werden könnte.
Das heisst, es wird bei der derzeitigen Sitaution noch sehr lange so bleiben. Und ich war auch schon vor Ort mit dem Rad und es ist wirklich das totale Chaos. Die Kreuzung Elsenstraße und am Treptower Park wird mit jeder Grünphase weiter zu gestaut, so das auch der Abbiegende Verkehr von den Elsenstraße in Richtung neue A100 nicht abfließen kann. Mit den üblichen Konsequenzen von wilden Gehupe und sehr brenzlichen Mannövern, welche die überquerenden Fussgänger und Radfahrer gefährden.

Ich habe im Tagesspiegel gelesen, dass für den 4,1 km langen 17. Bauabschnitt Kosten von 2 bis 3 Milliarden Euro geschätzt werden.
 
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...stattdessen an einem guten und sinnvollen Gesamtverkehrskonzept wie von @StefanM gefordert zu arbeiten, welches MIV, ÖPNV, Radverkehr etc. alles mit einbezieht, aber eben ohne die Autobahnverlängerung (man kann von den gesparten Kosten ja vermutlich die halbe Stadt neu gestalten).
Nein, kann man nicht. Die Mittel die für den Bau der Bundesautobahn bereitgestellt werden kommen vom Bund und sind zweckgebunden.
Das Land Berlin könnte also niemals aus eigenen Mitteln, Summen in diesen Höhen einfach in ÖPNV oder Radinfrastruktur stecken.

Das darf dann jetzt auch mal beim letzten Autobahngegner ankommen (sag ich als 100%er Radfahrer).

Wie gesagt: das Gesamtkonzept fehlt in Gänze und mit Gesamtkonzept meine ich auch Autobahnen, denn der Verkehr (und dessen Grund) der über sie fließt ist nicht einfach weg wenn diese weg wären. Alle ran an einen Tisch, es muss gerungen, diskutiert und entschieden werden. Verharren wir weiter mit dieser alle und jeder gegen jeden, dann wird uns das Lebensqualität und Wirtschaftskraft kosten und das betrifft am Ende vor allem die normalen Bürger.

Und so lang der Berliner ÖPNV täglich solche Bilder hier abliefert, kann ich jeden verstehen der sich lieber 20 Minuten in seinem eigenen Auto an der A100 Ausfahrt Treptower Park in den Stau stellt.

Bildschirmfoto 2025-09-03 um 17.54.44.png



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Nein, kann man nicht. Die Mittel die für den Bau der Bundesautobahn bereitgestellt werden kommen vom Bund und sind zweckgebunden.
Das Land Berlin könnte also niemals aus eigenen Mitteln, Summen in diesen Höhen einfach in ÖPNV oder Radinfrastruktur stecken.
.....
Ja das ist das wirkliche Problem. Fahre selbst auch täglich SBahn und Fahrrad. Leider ist der ÖPNV in Berlin immer unzuverlässiger. So treibt man die Leute in die Autos. Aber das muss nicht hier diskutiert werden. Is ja ein Bauforum und das wäre Verkehrspolitik.
 
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