Quartier an der Warschauer Brücke - 150 Meter Hochhaus - Tchoban Voss

Außerdem hat man im Viertel doch Wohnungen gebaut. Ja, klar, für die Mittelschicht. Und? Die brauchen keine Wohnungen?
Die (gehobene) Mittelschicht hat keine Probleme an Wohnungen zu kommen. Da wurde also kein echtes Problem gelöst. Es fehlt an "bezahlbarem Wohnraum" wie es immer so schön heißt. Und nur weil gut betuchte umziehen, werden deren ehemalige Wohnungen ja nicht billiger. Und weil sich der Mietspiegel am Durchschnitt im Kiez berechnet schaden teure Neubauten, statt zu nutzen. Der Mietmarkt ist halt kein freier Markt - nur weil mehr Nachfrage da ist, wächst ja nicht das Bauland. Ich denke 2099 hat da schon einen Punkt - auch wenn das sicher nur eine Betrachtungsweise unter vielen ist.
 
Das ist keine Diskussion für hier. Nur: Niemand sprach von „gehobener“ Mittelschicht. Was soll denn dieses dumpe Dazudichten? Meinst Du damit wird Deine Wahrheit noch wahrer. Der Mittelschicht fehlt Wohnraum…ist überall nachzulesen. Punkt.
 
Funktioniert ja super die Mangelverwaltung in Berlin. Ja, es ist ein vollkommen uberregulierter Markt, zum Teil aus guten Gründen, Mietpreisbremse etc.sind alles gute Maßnahmen, aber die ganzen Beschränkungen und Vorschriften machen inzwischen einen Großteil der Neubau und somit Mietkosten aus. Selbst Wohnungsbaugenossenschaften bestätigen dies.
Natürlich hebt Neubau den Mietspiegel an. Wollen wir deshalb Berlin im Status quo konservieren?
Berlin zieht nun einmal viele neue Menschen an und die wollen alle irgendwie wohnen. Auch hochpreisige Wohnungen entlasten den Markt, das wiederspricht nicht dem Mieterschutz in Bestandswohnungen.

Aber zurück zum Areal hier. Wer will zwischen Bahntrasse, Tram, U1 und Straßen wohnen? Der Standort ist durchaus für mehr, auch höher geeignet.
 
Berliner S-Bahnen sind relativ leise. Wenn die Wohnungen nicht direkt am Gleis liegen, sollte der Verkehr kaum wahrnehmbar sein. Dürfte an jeder mittleren Dorf-Durchgangsstraße lauter sein.
 
Warst du schon mal an der Warschauer Straße? Ungefähr alles ist da lauter als eine Dorf-Durchgangsstraße... bei tag und nacht.

Und falls die bis 500 Microappartments nicht auf der S-Bahn-Seite liegen, habe wir ja noch die Hochbahn-Station auf der anderen Seite :)
 
500 Appartements sind ja wirklich eine ganze Menge.

Bei der Anzahl muss man ja befürchten dass es vielleicht ein ähnlich klobiger Bau wird wie das Q218. Und die Lärmbelastung wird auch niemanden stören. Das Q218 steht zwischen einer autobahnähnlichen Ausfallstraße sowie den Gleisanlagen des Bahnhofs Lichtenberg und scheint voll belegt zu sein. Da ist eine Bleibe an der Warschauer Str. für viele sicher nochmal deutlich attraktiver.
 
Die Lüge daran ist doch dass die gesamte Umgebung der Warschauer Brücke aus Flächen des Landes bestand und nebenan ein riesiges Luxusquartier geschaffen wurde (innerstädtisch!), welches Wohnraum in befriedigendem Maße hätte bereit stellen können. Nun gibt es in Folge dessen, unteranderem, Wohnraummangel, welchen man nun versucht durch Wohnbau für die breite Masse an den ungeeignetsten Orten auszugleichen. Nur als Vergleich: beide Upside-Türme (Max & Moritz) mit 85m und 95m beinhalten zusammen 420 Wohnungen. Da könnt ihr also euch selber ausdenken was für wunderbare Microapartments mit Ausblick zur Stadtbahn hinkommen werden.
Ich glaube du verwechselst hier die Krautstraße mit ihren Mikro apartments mit Max und Moritz. Die Upside Türme waren seit jeher im absoluten Luxus Segment und bieten mittlere bis riesige Wohnungsgrundrisse.

PS: Das ganze Areal um die Uber Arena ist vor Jahrzehnten geplant worden, als keine Sau nach Berlin wollte und schon gleich gar nicht nach Friedrichshain. Da alles in diesem Land gefühlt Jahrzehnte benötigt um geplant zu werden, sind Planänderungen dann eben oft nicht mehr möglich.
 
Warst du schon mal an der Warschauer Straße? Ungefähr alles ist da lauter als eine Dorf-Durchgangsstraße... bei tag und nacht.

Und falls die bis 500 Microappartments nicht auf der S-Bahn-Seite liegen, habe wir ja noch die Hochbahn-Station auf der anderen Seite :)
Ich lebe seit über einem Jahrzehnt in Friedrichshain :) Das Areal das hier im Gespräch ist, ist gar nicht mal so klein d.h. es wird sowohl einen Sockel als auch ein Hochhaus geben können. Dieses Hochhaus wird sicherlich nicht direkt an der Warschauer Brücke stehen, da das genannte Grundstück der ehemaligen Tamara Danz Höfe dort auch gar nicht ist. Die Medien erwähnen zwar eine Torsituation (und so wird es auch aussehen); aber das bedeutet nicht, dass das Hochhaus unmittelbar und direkt an der Warschauer entstehen wird (siehe Entwürfe zu den Tamara Danz Höfen): https://entwicklungsstadt.de/rudolfkiez-neues-kulturareal-tamara-danz-hoefe-soll-entstehen/#post/0
 
Der Lärmpegel ist aber auch 50 Meter neben der Brücke nicht viel besser. Ich kenne die Gegend auch gut, die Menschenmassen, die Bahn, U1, Tram, Autos etc. machen den Block sicherlich nicht zu einer ruhigen Wohnlage. :D
 
Die Abendschau hat heute berichtet, dass die Stadt das Bebauungsplanverfahren hier an sich gezogen hat. Rund 500 Wohnungen könnten hier laut Stadtverwaltung entstehen. Der Bezirk und Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg befürchtet eine Bodenspekulation.
 
Es bleibt spannend :D

“Bislang war vorgesehen, Gewerbe in Blockrandbebauung auf der Fläche zu entwickeln. Das entsprechende Bebauungsplanverfahren wurde vom Bezirk durchgeführt. Der Projektentwickler Atrium Development Group will auf dem Grundstück nun aber doch lieber ein weiteres Hochhaus errichten – in einer ähnlichen Dimension wie der Edge Tower auf der anderen Straßenseite, also ungefähr 140 Meter hoch, zusätzlich zu einer Blockrandbebauung im Sockel.”

Hochhaus neben dem Amazon-Tower: Berliner Senat entzieht dem Bezirk das Planungsverfahren – Der Tagesspiegel (Verlag Der Tagesspiegel GmbH)
 
Die Bezirksregierung befürchtet also Marktwirtschaft. Das ist natürlich fatal ;)
Wahrscheinlich werden im Hintergrund bereits wieder die Sturmtruppen in Marsch gesetzt. Nach den „Google ist kein guter Nachbar“-, „Anti-Amazon-Tower“- und „Der Görli bleibt auf“-Wildplakatierungen folgen hier im Bezirk wohl demnächst die ersten „Anti-Atrium“-Zettel. Den Kopieshops leuchten schon die Dollarzeichen in den Augen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich würde dem ganzen 10-15 Jahre geben. Am Ende werden 65 Meter draus. Das wäre ein typischer Berliner Planungsverlauf vom ersten Gerücht bis zum B-Plan, bis zum Baustart und der finalen Fertigstellung.
 
Na ja, der Tower gegenüber ist entstanden wie geplant. Die Frage ist, ob die SPD wieder einknickt vor ihren Linken. Inzwischen geht es bei der Partei ja ums schlichte Überleben.
 
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